
Auf der Suche nach Arbeitsräumen für die Kulturbundgruppe Holzgestaltung stieß Dr. Gerald Schrödl 1987 auf die immer mehr verfallende Zainhammermühle. Trotz des unvorstellbar trostlosen Zustands des Gebäudes, überzeugte er sowohl die Mitglieder der Gruppe Holzgestaltung, als auch die Stadtverwaltung von der Eignung als Schnitz- und Drechselwerkstatt.
Zeitgleich suchte die aus dem Zeichenzirkel unter Jens Münchberger hervorgegangene Gruppe (Neue) Malerei nach neuen Möglichkeiten und gesellte sich am 10.04.1988 zu den bereits unerschrocken im Gemäuer tätigen Holzgestaltern. Gemeinsam retteten sie die verfallende Mühle und bauten daraus einen Ort für künstlerische Arbeiten und Ausstellungen. Mit der 1. Ausstellung der Gruppen Holzgestaltung und (Neue) Malerei am 14. September 1991 erwachte die Zainhammermühle zu neuem, der Kunst und Kultur von Eberswaldern für Eberswalder gewidmetem Leben.

Andreas Bogdain 1992: Zainhammermühle
Folgerichtig schlossen sich nun Holzwürmer und Maler durch eine am 31.10.1991 einmütig gebilligte Vereinsgründung zusammen. Die Gründungsmitglieder sind: Dr. Gerald Schrödl (1. Vorsitzender), Jens Münchberger (2. Vorsitzender), Dr. Karl-Heinz Apel, Stephan Babendererde, Friedemann Bochow, Andreas Bogdain, Stephan Graupner, Dr. Eckhard K. Groll, Thomas Gruenwald, Wolfgang Maasch, Matthias Schwarz, Christiane Reichardt, und Andreas Timm. Am 15.12.1992 erfolgte die Eintragung des Vereins „Die Mühle e. V.“ ins Vereinsregister Nr. 297 und seine Anerkennung als gemeinnützig.
Im Sommer 2006 erfuhren die Mitglieder des Kunstvereins, dass ihr geliebter, in ihrer Freizeit notdürftig geretteter Vereinssitz nach jahrelangem Rechtsstreit an die Alteigentümer rückübertragen worden war. In der Mitgliederversammlung vom 22. Februar 2007 entschied sich eine übergroße Mehrheit der Mitglieder für den Kauf der Mühle als Vereinssitz. Die Mühle sollte ihnen Ausstellungsräume, eine historische Holzwerkstatt, ein Atelier mit Tageslicht und heizbare Vereinsräume mit Küche und Toiletten bieten.

Es fehlte nur noch das Geld für den Kauf. Die Künstlerinnen und Künstler des Vereins spendeten Werke, die zwischen 1998 und 2011 einmal jährlich zugunsten der Zainhammermühle versteigert wurden. Paul Wunderlich adelte 2002 den Verein mit seinem Besuch, dem er spontan beitrat. Er spendete Geld und eigene Werke für die Versteigerungen. Eine Spendenaktion „Die Zainhammermühle braucht Ihre Hilfe“ wurde ins Leben gerufen. Zum Dank für Spenden ab 100 Euro fertigten Angelika Swodenk (Keramikwerkstatt Swodenk) und Helfer mehr als 200 zertifizierte Mühlsteine an.
Im Jahr 2008 kaufte der Verein das nunmehr unter Denkmalschutz gestellte Mühlengebäude und sanierte es seit 2009 mit Unterstützung des Denkmalschutzes des Landkreises Barnim, der Stadt Eberswalde, dem Land Brandenburg, der Kulturstiftung des Bundes, der Sparkasse Barnim und vielen, vielen Eberswalder Firmen und Eberswalder und Barnimer Bürgern das Mühlengebäude.
Der Vorstand und insbesondere die Vorsitzende Veronika Brodmann übernahmen schrittweise die Projektleitung, die Einholung von Angeboten von Baufirmen sowie die Einwerbung und Abrechnung der Fördermittel. Viele Vereinsmitglieder, die namentlich zu nennen hier zu weit führt, übernahmen Hilfsarbeiten, leiteten Bundesfreiwillige bei deren Hilfe in der Mühle an und standen den beauftragten Baufirmen zur Seite. Sie investierten Tausende Arbeitsstunden in ihre Zainhammermühle.

Das künstlerische Wirken der Mitglieder fand in einer regelrechten Diaspora statt. Weil ihnen die Räume in der Mühle fehlten, arbeiteten sie zu Hause, im Bildungsverein Buckow e. V. in Lichterfelde, auf dem Waldcampus der HNNE oder im Büro des Forstbotanischen Gartens. Sie warben für ihren Verein bei „Kunst trifft Wirtschaft“, beim Neujahrsempfang des Eberswalder Bürgermeisters, beim Frühlingsempfang des CDU-Stadtverbandes, bei „Guten Morgen Eberswalde“ Nr. 47, bei Eberswalder Stadtfesten, bei der 750-Jahrfeier in Britz und auf dem Ostermarkt in Lichterfelde, um nur einige zu nennen. Unermüdlich requirierten sie Gelder durch Versteigerungen ihrer Werke und Spendenaktionen.
Seit der amtlichen Bauabnahme im November 2015 floriert das vierte Leben der Zainhammermühle als Künstlerdomizil und Veranstaltungsort. Bis Ende 2025 fanden hier mehr als 169 Ausstellungen im „Sommer in der Mühle“ und ungezählte an weiteren Orten statt. …
